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  • Karlshöhe Stuttgart, © Stuttgart-Marketing GmbH / Thomas Niedermüller

Natur in Stuttgart

Stuttgart ist eine der grünsten Großstädte Deutschlands – umgeben von sanften Hügeln, Wäldern, Obstgärten und Weinbergen, die sich bis in die Innenstadt erstrecken. Rund 25% der baden-württembergischen Landeshauptstadt sind bewaldet. Dank der einzigartigen Topografie, die Innenstadt liegt in einem Kessel, gibt es in Stuttgart zahlreiche Aussichtspunkte mit herrlichen Panorama-Aussichten. 

Gärten und Parks
Das Ziel, die verschiedenen Parks und Gärten zu einem Ganzen zusammenzufassen, wurde seit den 1920er-Jahren verfolgt und mit der Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) 1993 vollendet. Brücken und Stege verbinden die Schlossgartenanlagen, den Park der Villa Berg, den Rosensteinpark und die Wilhelma, den Leibfriedschen Garten, den Wartberg und den Höhenpark Killesberg zu einer großen zusammenhängenden Parklandschaft. Die einzelnen Teile haben ihren jeweiligen Charakter behalten und tragen die Handschrift unterschiedlicher Epochen und Personen. So ist das Grüne U nicht nur landschaftlich und gestalterisch reizvoll, sondern bietet auch einen Streifzug durch die Gartenkultur und Gartengeschichte der Landeshauptstadt.
Schon im Jahr 1807 ließ Friedrich I. die Schlossgärten anlegen, die noch heute ein Highlight der Stuttgarter Innenstadt sind. Die malerische Parklandschaft erstreckt sich vom Neuen Schloss in der Stadtmitte bis hin zum Neckar bei Bad Cannstatt und geht dort in den Rosensteinpark über. Der obere und mittlere Schlossgarten, der 1951 umgestaltet wurde, ist nur wenige Schritte vom Hauptbahnhof und der Königstraße entfernt und lädt mit seinen alten Bäumen, seinen weiten Rasenflächen, Seen und Wasserspielen sowie den Schach- und Bocciafeldern zum Flanieren ein. Im oberen Schlossgarten liegt das Neue Schloss, das Opern- und Schauspielhaus, der Rosengarten und der Eckensee. Im mittleren Schlossgarten befinden sich das Café am See, der Biergarten, der Landespavillon, das Planetarium, die Lusthausruine und der Schlossgartensee. Der angrenzende untere Schlossgarten reicht bis zum Neckar und findet dort im Rosensteinpark eine Fortsetzung. 
Der Rosensteinpark im Stadtteil Bad Cannstatt gilt als größter englischer Landschaftspark Südwestdeutschlands. Er wurde in den Jahren nach 1824 bis 1840 auf Anordnung des Königs Wilhelm nach Plänen des Hofgärtners Johann Bosch angelegt. Wenige Jahre später wurde im Rosensteinpark das Schloss Rosenstein errichtet. Heute gehört der Park dem Land Baden-Württemberg und steht unter Denkmalschutz. Nördlich des Rosensteinparks liegt der zoologisch-botanische Garten der Stadt, die Wilhelma. Sie existiert in heutiger Form seit dem Jahr 1953. In der historischen Schlossanlage von 1846 werden auf etwa 28 Hektar rund 11.000 Tiere in 1.200 Arten und etwa 8.500 Pflanzenarten gezeigt. 
Anlässlich der Reichsgartenschau 1939 legten Städteplaner in Stuttgarts Norden den Höhenpark Killesberg an. Wer den Park nicht zu Fuß erkunden möchte, kann gemütlich mit der Killesbergbahn durch die Anlage fahren und die Tiergehege, Kunstobjekte und Blumenbeete bestaunen. Mitten im Höhenpark Killesberg gelegen, befindet sich der 42 Meter hohe Killesbergturm. Seine Konstruktion ist einzigartig: Der Turm besteht aus einer Stahlnetzkonstruktion mit vier dazwischen befindlichen Plattformen. Von der obersten Plattform aus hat man einen weiten Blick über die Region Stuttgart.
Direkt hinter dem Mineralbad in Cannstatt führt eine Treppe zum Kurpark Bad Cannstatt, der oberhalb des Kursaals liegt. Große Liegewiesen, kleine Plätze und verschlungene Wege laden zum Ausruhen, Picknicken, Spazierengehen und Genießen ein. Im Kurpark steht auch die Gedächtnisstätte von Gottlieb Daimler. Unweit davon erhebt sich der Daimler-Turm und auch Reste der Daimler-Villa sind noch zu sehen. 
Gemäß chinesischer Vorstellung, spiegelt der Chinagarten, auch anmutsvoll „Garten der schönen Melodie“ genannt, die Welt im Kleinen wider. In wohltuender Yin und Yang-Atmosphäre bietet der Garten eine herrliche Aussicht auf Stuttgarts Talkessel. 
Direkt an der Weinsteige am Fuße des Bopsers befindet sich der Weißenburgpark, ein früherer Privatpark, der 1956 von der Stadt Stuttgart erworben und als öffentliche Grünanlage gestaltet wurde. Von den Bänken auf dem Aussichtsplateau hat man einen wunderschönen Blick auf Stuttgarts Innenstadt und es gibt viele kleine Sitzgelegenheiten, die zum Picknicken einladen. Auf einer Anhöhe im Park befinden sich das Teehaus und der Marmorsaal, die heute als Ausflugslokal und Veranstaltungsort genutzt werden. 

Aussichtspunkte
Selbst vielen Stuttgartern ist er noch unbekannt: Der Santiago de Chile Platz auf dem Haigst. Die terrassenförmige Anlage offenbart Blicke über Schloss-, Charlottenplatz und Co. Eine Orientierungstafel verweist dabei auf die verschiedenen Sehenswürdigkeiten im Blickfeld.
Über die sogennante Eugensstaffel gelangt man zum herrlichen Eugensplatz mit dem Galateabrunnen. Von hier liegt einem sprichwörtlich die Stadt zu Fußen. Einheimische wie auch Besucher versüßen sich den Ausblick in den Sommermonaten am besten mit einer Kugel Eis von der nahegelegenen Eisdiele „Pinguin“. 
Wer nach einem ausgedehnten Rundumblick sucht und den Stuttgarter Talkessel mit seinen Weinbergen von oben genießen will, der sollte die Karlshöhe mit Biergarten nicht verpassen: Der Biergarten auf der Karlshöhe befindet sich inmitten einer Parkanlage mit Weinbau, Spielplatz und Gärten im englischen Stil.
Der Birkenkopf, liebevoll auch Monte Scherbelino genannt, liegt im Westen Stuttgarts und ist mit 511 Metern der höchste Punkt im inneren Stadtgebiet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden dort 15 Millionen Kubikmeter Trümmerschutt abgelegt, die teils auch sichtbar sind. Von der Anhöhe bietet sich ein fantastischer Blick über Stuttgart. 
Unweit des Höhenparks Killesberg, versteckt zwischen Wohnhäusern, erhebt sich der 20 Meter hohe Bismarckturm. Wer die 92 Stufen erklimmt, wird mit einem fantastischen Rundumblick belohnt. 
Sicherlich einen der schönsten Blicke über die Stuttgarter Weinberge und das Neckartal bietet sich von der Grabkapelle auf dem Württemberg. Die Gedenkstätte wurde von König Wilhelm I. als Liebesbeweis für seine früh verstorbene Gattin Königin Katharina erbaut. Wer mag, verbindet den Ausblick von der Grabkapelle mit einem Spaziergang durch die Weinberge. 

Übrigens: Einige der schönsten Aussichtspunkte werden über „Stäffele“ erreicht. Diese Treppenanlagen sind ein Überbleibsel aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Um die steilen Weinbergterrassen in der Innenstadt bewirtschaften zu können, wurde zahlreiche Treppen und Wege angelegt. Mehr als 400 dieser „Stäffele“ sind erhalten geblieben. Wer sie alle erklimmen will, muss rund 20 Kilometer Stufen bewältigen.
 

(900 Wörter im Artikel)