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  • Oskar Schlemmer, Triadisches Ballett, © TMBW, Gregor Lengler

Kunstvolles Stuttgart

Die Staatsgalerie Stuttgart, das Kunstmuseum Stuttgart, das Landesmuseum Württemberg, das Linden-Museum Stuttgart und das Haus der Geschichte präsentieren Jahr für Jahr herausragende Ausstellungen. Im Jahr 2022 locken die goldenen Zwanziger, zeitgenössische Kunst und tamilische Kulturgeschichten in die baden-württembergische Landeshauptstadt. 

Oskar Schlemmers „Triadisches Ballett“ sorgte bei seiner Uraufführung 1922 für Entsetzen und Euphorie – heute ist es weltbekannt. Die Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart beherbergt den größten zusammenhängenden Werkkomplex, zu dem auch die sieben Figurinen aus dem Triadischen Ballett gehören. Das 100-jährige Jubiläum nimmt das Museum zum Anlass, um das „Triadische Ballett“ aus der Gegenwart heraus zu betrachten. In der vom 10. April bis 9. Oktober 2022 gezeigten Ausstellung Moved by Schlemmer. 100 Jahre Triadisches Ballett nehmen drei international renommierte Künstlerinnen mit großformatigen Arbeiten Bezug auf Schlemmers Ideen. Die Besucher:innen erwarten raumgreifende Installationen und punktuelle Einblicke in den historischen Kosmos des „Triadischen Balletts“. 
Zwischen dem 18. November 2022 und 26. Februar 2023 präsentiert die Staatsgalerie Glitzer und Gift der Zwanzigerjahre. Georg Grosz in Berlin. In seinen Werken inszeniert Grosz den moralischen Zerfall der deutschen Gesellschaft in aller Schonungslosigkeit. Die Ausstellung beleuchtet, wie sich der Stil des Künstlers in den 1920er Jahren entwickelt. Zu sehen sind rund 100 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken. 

In der Ausstellung Gego. Die Architektur einer Künstlerin widmet sich das Kunstmuseum Stuttgart noch bis 10. Juli 2022 der Künstlerin Gertrud Goldschmidt. Gego, die in den 1930er Jahren in Stuttgart eine Ausbildung zu Architektin und Ingenieurin absolvierte und als Jüdin zur Flucht nach Venezuela gezwungen wurde, zählt heute zu den wichtigsten Künstler:innen Lateinamerikas.
Tobias Rehberger „I Do if I Don’t“ ist vom 26. März bis 28. August im Kunstmuseum zu sehen. Für seine Skulpturen, Wandbilder und Installationen bedient sich der in Esslingen geborene und heute weltweit arbeitende Künstler verschiedener Konzepte und Ideen aus Architektur, Design oder Musik. Rehberger bringt alltägliche Gegenstände und räumliche Strukturen in unerwartete Zusammenhänge und gibt ihnen so eine neue Lesart. Die Ausstellung zeigt zentrale Werkgruppen des Künstlers aus den letzten drei Jahrzehnten, darunter vielgestaltige Lichtinstallationen, Vasen-Porträts und Skulpturen. Eine steuerbare Installation aus Leuchtelementen an der Fassade des Museums lädt die Passant:innen zudem zur Interaktion mit Rehbergers Arbeit ein. 

Das Landesmuseum Württemberg beleuchtet in der Großen Sonderausstellung Berauschend. 10.000 Jahre Bier und Wein das Thema des Trinkalkohols und zeigt, welch lange Geschichte der Konsum von alkoholischen Getränken in unserem Kulturraum hat. Das Trinken von Bier, Wein und auch Spirituosen ist seit Jahrtausenden fest in der vergangenen und heutigen Alltagskultur verankert – schon seit der Steinzeit ist die Herstellung und der Konsum von Alkohol belegt. Die Sonderausstellung spannt einen Bogen von der Steinzeit bis in die Gegenwart. Warum und wie Alkohol Gemeinschaft, Identität und soziale Abgrenzung schafft, ist eine der zentralen Fragen. Ebenso wird Alkohol als Wirtschaftsfaktor und Handelsware thematisiert. Die Ausstellung läuft vom 22. Oktober 2022 bis 30. April 2023

Das Linden-Museum Stuttgart beschäftigt sich in seiner Werkstattausstellung Schwieriges Erbe. Linden-Museum und Württemberg im Kolonialismus mit der kolonialen Verbindung des Museums zwischen 1882 und 1940. Damit stellt sich das Museum der eigenen Geschichte und reflektiert kritisch seine kolonialen Wurzeln. Noch bis 8. Mai 2022 kann die Ausstellung besucht werden. 
Vom 8. Oktober 2022 bis 7. Mai 2023 präsentiert das Linden-Museum die Große Sonderausstellung Von Liebe und Krieg. Tamilische Geschichte(n) aus Indien und der Diaspora. Vorgestellt werden die Geschichte und Gegenwart einer Zivilisation, die stolz auf eine bis ins klassische indische Altertum zurückreichende Geschichte zurückblickt und bis heute ihre kulturelle Eigenständigkeit bewahrt hat. Neben archäologischen Objekten und künstlerischen Arbeiten beleuchtet die Ausstellung auch die sozialen Aspekte tamilischer Kulturgeschichte(n). 

Das Haus der Geschichte widmet den drei Emotionen Gier, Hass und Liebe eine zweijährige Ausstellungstrilogie. Nach „Gier“ ist nun der zweite Teil Hass. Was uns bewegt noch bis 24. Juli 2022 zu sehen. Hass speist sich aus Angst, Neid und Verachtung in einer Gesellschaft. Er richtet sich gegen das, was fremd erscheint und das, was ganz nahe liegt. Hass gehörte und gehört zum Alltag. Die Ausstellung zeigt rund 200 Hass-Objekte aus 200 Jahren. Sie zeigt Wege aus dem Hass und bietet einen Raum, sich persönlich mit Hass auseinanderzusetzen. Den letzten Teil der Trilogie, Liebe. Was uns bewegt, präsentiert das Haus der Geschichte vom 14. Oktober 2022 bis 23. Juli 2023

Am 21. Mai 2022 findet in Stuttgart die Lange Nacht der Museen statt. Rund 90 ausgewählte Museen, historische Gebäude oder Industriedenkmälern öffnen zwischen 19 und 2 Uhr ihre Pforten und präsentieren neben Führungen auch zahlreiche Sonderprogramme in dieser Nacht. 

 

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